Fadenmolch
(Triturus helveticus)
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Männchen  |
d6703 |
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Ordnung |
Urodela (Schwanzlurche) |
Familie |
Salamandridae (Echte Salamander) |
Größe |
Männchen 6 cm, Weibchen bis 9 cm Jungtiere ca. 3 cm |
Verbreitung |
Nördlicher Rand Iberien, Frankreich, Schweiz (Alpennordseite), Benelux-Länder, westlicher Teil Deutschlands, fehlt in Österreich |
Weblink(s) |
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Aussehen Der kleine Fadenmolch besitzt einen flachen länglichem Kopf, eine abgerundete Schnauze und eine glatte, an Land trockene, samtartiger Haut. Der Schwanz ist seitlich zusammengedrückt. An den Kopfseiten verlaufen über dem Auge dunkle Streifen. Die Grundfarbe der Oberseite ist gelblich-bräunlich bis olivfarben und meist dunkel gefleckt oder marmoriert. Auf der fleischfarbenen, leicht durchscheinenden und meist fleckenlosen Kehle ist eine Querfalte erkennbar. Der Bauch ist weißlich mit gelblicher Färbung im Mittelbereich. Das Weibchen trägt während der Landtracht (Sommermonate) oft eine orangefarbene Mittellinie auf dem Rücken vor allem im vorderen Körperbereich. Die Kloake des Weibchens ist stempelförmig. Ein weiteres Kennzeichen des Weibchens können je 2 kleine Ballenpunkte sein, die sich an den Sohlen der Hinterfüße befinden. Beim Männchen ist in der Laichzeit neben einem leistenartigen, glattrandigen Hautsaum auf dem Rücken ein 5-10 mm langer dunkler Schwanzfaden charakteristisch (Namensgebung). Die Zehen der Füße besitzen dunklen Schwimmsäumen. Die Kloake des Männchens ist bohnenförmig gewölbt. Die Jungtiere ähneln den Weibchen und sind gelblich-hellbraun gefärbt.
Lebensraum Bewohnt werden Laub- und Mischwälder im Hügelland, in Niedersachsen ist er auch in natürlichen Nadelwaldgebieten anzutreffen. Regional sind Fadenmolche auch in offenen, baumarmen Heidelandschaften verbreitet. Er ist in seiner Biotopwahl vielseitig. Besiedelt werden vegetationsreiche Lebensräume ebenso wie mäßig bewachsenes Gelände. Mit zunehmender Höhe (ca. 500 m Höhe) löst der Fadenmolch den Teichmolch ab, er steigt meist bis in 1400 m Höhe empor. Als Laichgewässer dienen schattig-kühle stehende und langsam fließende Gewässer unterschiedlicher Größe. Es werden kleinere Tümpel, wassergefüllten Wagenspuren, Regenwassertümpel, quellnahe Bäche als auch größere Weiher bis hin zu Seebereichen und Talsperren angenommen.
Lebensweise Die Sommerlebensräume und Winterquartiere liegen in der engeren Gewässerumgebung. An Land verbergen sich die Tiere tagsüber meist unter Steinen oder Baumstümpfen und werden erst nach Einbruch der Dunkelheit rege. Fadenmolche werden nach 2 Jahren geschlechtsreif. Die Laichzeit ist von März bis Anfang Juni. Bei der Balz strömen Duftstoffe aus der Kloake des Männchens, welche dieses dem Weibchen mit heftigen Schwanzbewegungen zu wedelt. Wendet sich das Weibchen dem Männchen nach diesem ausdauernden Werben zu, setzt dieses seinen Samenträger ab, der dann an der Kloake des langsam nachfolgenden Weibchens hängend bleibt. Etwa 300-500 Eier werden in einer Saison vom Weibchen einzeln an Wasserpflanzen abgelegt. Bei günstiger Witterung entwickeln sie sich innerhalb weniger Wochen.
Nahrung Fadenmolche ernähren sich an Land von Insekten und Würmern. Im Gewässer werden eine Großzahl an Tiergruppen erbeutet (u.a. Kleinkrebse, Würmer, Wasserinsekten und deren Larven - z.B. Mückenlarven). Futtertiere der Molchlarven sind vor allem Kleinkrebse sowie Wasserinsekten und deren Larven.
Sonstiges Fadenmolche werden auch als Leistenmolche bezeichnet, da die Männchen am Übergang des Rückens zu den Flanken jeweils eine längs verlaufende, leistenartig vorspringende Hautfalte besitzt. Eine Bastardisierung zwischen Faden- und Teichmolch kommen selten vor. Überwinterungen im Wasser kommen in manchen Populationen zum Teil vor.
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