Rotbuchen-Gelbeule
(Tiliacea aurago)

Größe

Flügelspannweite
29 bis 38 mmRaupen 30 mm lang

Tiliacea aurago
Verbreitung

weite Teile Europas

Aussehen
Die Vorderflügel zeigen eine auffällige goldgelbe bis orange- oder rotgelbe Färbung. An der Flügelbasis und am Außenrand liegen dunklere violettbraune bis rötlichbraune Bereiche, die das helle Mittelfeld deutlich hervorheben. Eine helle, wellige Zeichnung und ein heller Fleck nahe der Flügelspitze sind charakteristisch. Die Hinterflügel sind überwiegend gelblich bis rötlich gefärbt und zum Außenrand hin dunkler. Die Färbung kann beträchtlich variieren, sodass einzelne Tiere wesentlich orangefarbener oder stärker bräunlich erscheinen. Die Raupe ist überwiegend rotbraun gefärbt, kann besonders im vorderen Körperbereich heller und leicht grünlich wirken und besitzt eine helle, stellenweise unterbrochene Rückenlinie mit dunkler Begrenzung. Die kleinen Körperwarzen sind eher unauffällig.

Lebensraum
Die Gold-Gelbeule besiedelt vor allem Laub- und Mischwälder mit einem hohen Anteil an Rotbuchen. Sie findet sich sowohl im Inneren nicht zu dichter Waldbestände als auch an Waldrändern, Waldsäumen, Lichtungen und auf sonnigen Hängen. Auch Vorhölzer, Parkanlagen, Gärten und andere Bereiche mit älteren Laubbäumen können von ihr genutzt werden. Besonders günstig sind strukturreiche Lebensräume, in denen Buchen und andere geeignete Laubgehölze vorhanden sind.

Lebensweise
Die Gold-Gelbeule ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Nachtfalter. Die erwachsenen Falter erscheinen hauptsächlich von Ende August beziehungsweise September bis Oktober und gehören damit zu den typischen Herbstfaltern. Nach Einbruch der Dunkelheit werden sie aktiv und können von künstlichen Lichtquellen angelockt werden. Außerdem kommen sie an Köderstellen vor, an denen vergorene oder zuckerhaltige Substanzen angeboten werden. Tagsüber sitzen die Falter häufig gut verborgen an Baumstämmen, in der Vegetation oder zwischen trockenem Herbstlaub. Ihre gelblich-rötliche Zeichnung kann dabei eine wirksame Tarnung gegenüber dem farbigen Herbstlaub darstellen. Die Eier überwintern, bevor im Frühjahr die Raupen schlüpfen.

Nahrung
Die Raupen ernähren sich vor allem von den Blättern und jungen Pflanzenteilen verschiedener Laubgehölze. Besonders wichtig ist die Rotbuche, daneben werden unter anderem Eiche, Hainbuche, Linde, Pappel und weitere Laubbäume als Nahrungspflanzen genannt. Junge Raupen fressen zunächst an Knospen und Blüten beziehungsweise an frisch austreibenden Pflanzenteilen. Später wechseln sie zunehmend zu den Blättern und können sich auch in der Krautschicht aufhalten. Die Raupenzeit liegt überwiegend im Frühjahr von April bis Juni. Die erwachsenen Falter nehmen dagegen zu dieser Jahreszeit noch keine Nahrung auf, sondern erscheinen erst im Spätsommer und Herbst. Sie besuchen dann unter anderem zuckerreiche Nahrungsquellen wie austretende Pflanzensäfte, Köderstellen und vermutlich auch Blüten.

Sonstiges
Die Gold-Gelbeule ist trotz ihrer auffälligen Färbung nicht immer leicht zu entdecken, weil sie tagsüber gut getarnt ruht. Besonders interessant ist ihr jahreszeitlich ungewöhnlicher Entwicklungsrhythmus: Die Falter fliegen im Herbst, während die Raupen bereits im folgenden Frühjahr leben. Nach der Raupenzeit zieht sich die Entwicklung lange hin, und die Verpuppung kann erst im Sommer erfolgen. Der wissenschaftliche Artname aurago bezieht sich auf das lateinische Wort für Gold und nimmt damit Bezug auf die goldrote Färbung der Vorderflügel. Als ähnliche Arten kommen insbesondere andere Gelbeulen infrage, weshalb bei ungewöhnlich gefärbten Exemplaren eine genaue Betrachtung der Flügelzeichnung sinnvoll ist.


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