Breitflügelige Bandeule
(Noctua comes)

Größe

Flügelspannweite
37 bis 45 mm
Raupe
bis 60 mm

Noctua comes
Raupe
Verbreitung

weite Teile Europas,
Nordafrika,
Südeuropa bis nördliches Mitteleuropa,
östlich bis Vorderasien,
in Nordamerika eingeschleppt

Aussehen
Der erwachsene Falter zeigt überwiegend ein braunes, variabel gemustertes Erscheinungsbild. Die Vorderflügel sind hell- bis dunkelbraun mit wellenförmigen Querlinien und typischen »Makeln« (Flecken) in dunkleren Tönen (häufig mit heller Umrandung). Die Hinterflügel sind auffällig gelb bis orangegelb gefärbt, besitzen am Außenrand einen breiten schwarzen Saum und einen meist kleinen, halbmondförmigen Diskalfleck. Dieses Gelb dient als Schreckfarbe, die bei Gefahr sichtbar wird. Die Raupe ist langgestreckt, meist bräunlich oder grünlich gefärbt, mit markanten, dunkelbraunen bis schwarzen, gelb gesäumten dreieckigen Flecken entlang des Rückens (insbesondere auf dem Hinterleibsende). Sie zeigt auf den vorderen Segmenten helle Nebenrückenlinien und einen hellen Kopf mit schwarzen Längsstreifen.

Lebensraum
Die Breitflügelige Bandeule besiedelt offene und halboffene Habitate in unterschiedlicher Ausprägung. Sie fehlt lediglich in sehr geschlossenen Wäldern oder extrem trockenen Gebieten. Die Art findet sich auf Wiesen, an Waldrändern, in Parks, Gärten und Hecken sowie auf Feldern und Böschungen. Sie toleriert auch menschlich geprägte Lebensräume und kann bis in Siedlungsgebiete vordringen.

Lebensweise
Die Falter fliegen je nach Klima in einer Generation pro Jahr von etwa Juni bis Oktober. Sie sind nachtaktiv, nachts werden sie zum Licht gelockt und können dann zahlreich auftreten. Tagsüber ruhen die Falter versteckt in niedriger Vegetation oder an Baumstämmen und sind daher kaum zu sehen. In sehr warmen Sommern legen sie zum Ende Juli/August eine Sommerpause ein. Die adulten Falter sind bereits im Hochsommer geschlechtsreif und legen ihre Eier an Blättern von Bodendeckern oder gelegentlich an Halmen ab. Die Raupen entwickeln sich vom Herbst bis ins folgende Frühjahr. Sie sind vor allem nachts aktiv und klettern in der Dunkelheit in der Krautschicht und an Sträuchern hinauf zum Fressen. Im ersten Larvenstadium fressen sie teils auch tagsüber. Die Art überwintert in der Raupenform und verpuppt sich im Frühjahr in einem Kokon im Erdboden.

Nahrung
Die Raupen sind ausgesprochen polyphag und fressen an einer großen Vielfalt von Krautpflanzen, Gräsern und Holzgewächsen. Beobachtungen in Baden-Württemberg ergaben Futterpflanzen aus über 20 Pflanzenfamilien. Auch Kulturpflanzen (Allium, Tulpen, etc.) und Zierpflanzen (Iris, Clematis, etc.) werden genutzt. Die erwachsenen Falter nehmen vorwiegend Nektar von Blüten auf und saugen gelegentlich auch an zuckerhaltigen Pflanzensäften oder überreifem Obst.

Sonstiges
Die gelben Hinterflügel der Falter wirken im Ruhezustand versteckt. Bei Störung werden sie aufgespreizt, was räuberabschreckend wirkt. Die Art ist sehr anpassungsfähig, zeigt große Farbvariabilität und hat nur geringe Unterscheidungsmerkmale zu nah verwandten Bandeulen. Trotz weiten Verbreitungsgebiets ist sie überall häufig und gilt als ungefährdet. Der deutsche Name »Bandeule« bezieht sich auf die bandförmige Zeichnung der Flügel.


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Raupe
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