Woll-Rindeneule
(Acronicta leporina)
ArtenInfo
Ordnung Schmetterlinge
(Lepidoptera)
Familie Noctuidae
(Eulenfalter)
Größe Flügelspannweite
38 bis 43 mm
Verbreitung Weit verbreitet in Europa,
vom südlichen Spanien
über Mitteleuropa
bis nach Skandinavien,
außerhalb Europas
gelegentlich in Nordafrika

Aussehen
Der Falter besitzt fast rein weiße bis hellgraue Vorderflügel mit nur noch sehr schwach erkennbaren dunklen Querlinien und -punkten. Die Hinterflügel sind beim Männchen meist rein weiß, beim Weibchen mit feinen dunklen Adern oder Flecken. Körper und Thorax sind gedrungen und dicht behaart. Die Raupe ist auffällig: Sie wird bis etwa 5?cm lang und trägt lange abstehende Haare. Junglarven sind meist weißlich-grün mit dunklen Querbändern auf dem Rücken, im späteren Verlauf verfärben sie sich gelblich und weisen ein dunkles Rückenmuster auf. Mit ihrer dichten, hellen Behaarung erinnert sie an ein kleines, wolliges Gebilde. Die Raupen fressen offen an den Blättern und sitzen dabei oft an der Blattunterseite, wo sie sich meist eingerollt ausruhen.

Lebensraum
Die Art bewohnt vorwiegend lichte Laub- und Mischwälder, besonders solche mit Birkenbestand. Man findet sie häufig an Waldrändern, Gebüschgruppen und Feuchtstandorten wie Moor- und Auenwäldern. Auch an Fluss- und Bachuferlinien sowie vereinzelt in Gärten und Parkanlagen tritt sie auf. In den Alpen wurde die Art bis in subalpine Höhen (über 1600?m) nachgewiesen.

Lebensweise
Die Woll-Rindeneule hat in unseren Breiten meist eine Generation pro Jahr, die Falter fliegen von etwa Mai bis September. Sie sind nachtaktiv und kommen abends an Licht oder Köderpflanzen. Tagsüber ruhen sie oft an Birkenstämmen oder Baumrinden. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln auf Laubblätter, aus denen nach rund einer Woche die Raupen schlüpfen. Die Raupen entwickeln sich von Juni bis Oktober. Kurz vor der Verpuppung wandern sie umher und spinnen sich meist in morsches Holz oder an Baumstämmen, wobei sie kleine Kokons aus Holz- und Rindenteilchen bilden. Das Puppenstadium überwintert im Boden oder Holz, mitunter können die Puppen ein bis zwei Jahre überdauern.

Nahrung
Die Raupen sind polyphag an verschiedenen Laubbäumen. Häufige Futterpflanzen sind Weiden, Pappeln, Erlen und Birken. Die Falter nehmen als Imagines nur wenig Nahrung auf. Gelegentlich suchen sie nachts Blütennektar auf.

Sonstiges
Der deutsche Name »Woll-Rindeneule« spielt auf das wollig-behaarte Aussehen der Raupe an, im Volksmund wird sie deshalb auch »Pudel« genannt. Die dichte Behaarung der Raupe dient vermutlich dem Schutz vor Fressfeinden und Witterung. In einigen Regionen steht die Woll-Rindeneule auf der Roten Liste, da geeignete Birken-Biotopflächen zurückgehen. Als charakteristische Art gilt sie in feuchten Pappel-Birkengebüschen, wo sie manchmal in nennenswerter Dichte vorkommt.

www.naturspektrum.de | Seite | 1

 

Woll-Rindeneule (Acronicta leporina)
 
 
 
 
 
www.naturspektrum.de | Seite | 2