Hornweberknecht
(Phalangium opilio)
|
|
|
|
d3748 |
|
|
Ordnung |
Opiliones (Weberknechte) |
| Familie |
Phalangiidae (Schneider) |
| Größe |
5 bis 10 mm |
| Verbreitung |
Europa, Sibirien, Afrika; Nordamerika |
| Weblink(s) |
|
|
Aussehen Körper kurz und rundlich, die Unterseite hellbeige bis kalkweiß. Die Männchen besitzen oft hornartige Auswüchse an den Cheliceren. Die Dorsalzeichnung variabel, häufig ein brauner »Sattel«. Der Hornweberknecht ist insgesamt grau bis graugelb gefärbt und kann in Ruhestellung bäuchlings auf dem Boden liegen, die langen Beine wie ein Verhau um den Körper gelegt.
Lebensraum Er bewohnt bevorzugt offene, sonnigere Flächen sowie strukturreiche Kleingewässer- und Ruderalstandorte. Juvenilen Tiere findet man überwiegend in der Bodenstreu, adulte Exemplare häufiger in der Krautschicht und auf Vegetation.
Lebensweise Die Weibchen legen ihre Eier in feuchtes Erdreich ab. Dabei werden die kugelrunden Eier mit Hilfe einer langen Legeröhre versenkt (bei Beobachtungen werden für einzelne Ablagen Zahlen um 80–100 Eier genannt). Die Überwinterung erfolgt als Ei oder als frisch geschlüpftes Jungtier. Die Tiere sind überwiegend nachtaktiv, zeigen in Ruhestellung eng anliegende, oft ineinander verschlungene Beine und betreiben sowohl Such- als auch Tastverhalten.
Nahrung Der Hornweberknecht ist ein generalistischer Räuber und Aasfresser. Er frisst kleine Gliederfüßer, Insekteneier und -larven sowie vermodernde Pflanzenbestandteile und tote Tiere, weshalb er auch als nützlicher Bestandteil der Boden- und Feldökosysteme betrachtet werden kann.
Sonstiges Der deutsche Trivialname bezieht sich auf die oft deutlich ausgeprägten »Hörner« der Männchen an den Cheliceren. In Europa existieren zahlreiche sehr ähnliche Weberknechtarten (rund 23 lebende Arten der betreffenden Gruppen), die im Freiland schwer zu trennen sind. Phalangium opilio gilt als sehr häufig und nicht gefährdet. Die Art wird außerdem in der wissenschaftlichen Forschung als Modell für Entwicklungs- und Genomstudien genutzt.
|
|