Windenschwärmer
(Agrius convolvuli)
ArtenInfo
ArtenInfo drucken
  d0998
Windenschwärmer (Agrius convolvuli)
 Nachtfalter (Heterocera)
Ordnung Lepidoptera
(Schmetterlinge)
Familie Sphingidae
(Schwärmer)
Größe Flügelspannweite
80 bis 120 mm
Raupe 110 bis 120 mm
Verbreitung weltweit in warmen und
gemäßigten Gebieten der Alten Welt
in Deutschland Wanderfalter
Weblink(s)
Wikipedia   Wikipedia
Lepiforum   Lepiforum

Aussehen
Der Windenschwärmer ist ein großer, kräftig gebauter Schwärmer mit graubraunen Vorderflügeln, die von feinen hellen und dunkleren Zeichnungselementen durchzogen sind. Dadurch hebt sich der ruhende Falter auf Baumrinde oder anderen natürlichen Untergründen nur wenig ab. Die kleineren Hinterflügel besitzen mehrere dunkle Querbinden. Besonders auffällig ist der an den Seiten rosa bis rosafarbene und dunkel gebänderte Hinterleib, der im Sitzen größtenteils von den Flügeln verdeckt wird. Der Saugrüssel ist außergewöhnlich lang und kann die Körperlänge deutlich übertreffen. Auch die Raupe ist auffällig groß, zeigt jedoch eine sehr variable Färbung von Grün über Braun bis zu fast Schwarz. An den Körperseiten verlaufen helle schräge Streifen, zwischen denen die dunklen Atemöffnungen deutlich hervortreten können. Am Hinterende sitzt das typische Schwärmerhorn, das meist gelblich bis rötlich gefärbt und häufig dunkel zugespitzt ist.

Lebensraum
Der Falter bevorzugt warme und offene Lebensräume, in denen seine Raupenfutterpflanzen wachsen. Dazu gehören Äcker, Brachflächen, Ruderalstellen, warme Hänge und Kiesgruben ebenso wie Gärten, Hecken und andere sonnige Bereiche. Entscheidend ist vor allem das Vorkommen von Windengewächsen. Höhere, kühle Lagen werden dagegen eher gemieden.

Lebensweise
Der Windenschwärmer ist überwiegend nachtaktiv und wird besonders in der Abenddämmerung und während der ersten Nachthälfte aktiv. Tagsüber ruht er häufig an Baumstämmen, Ästen oder anderen festen Untergründen und ist durch seine graubraune Färbung gut getarnt. Als Wanderfalter kann er über sehr große Entfernungen fliegen und erreicht dabei eine bemerkenswerte Ausdauer. Bei der Nahrungssuche schwebt er mit rasch schlagenden Flügeln vor Blüten und nimmt den Nektar im Flug auf, ohne sich auf der Blüte niederzulassen. Nach der Paarung setzt das Weibchen seine Eier einzeln an geeigneten Futterpflanzen ab. Die Raupen sind vor allem nachts aktiv und fressen dann an den Blättern ihrer Wirtspflanzen, während sie sich tagsüber meist in der Vegetation oder am Boden verbergen. Wenn die Raupe ausgewachsen ist, sucht sie einen geeigneten Platz auf und gräbt sich zur Verpuppung in den Boden ein.

Nahrung
Die erwachsenen Windenschwärmer ernähren sich von Blütennektar, wobei sie besonders langröhrige Blüten nutzen können. Im Garten werden sie beispielsweise an Phlox, Ziertabak, Nachtkerzen und anderen geeigneten Blüten beobachtet. Die Raupen ernähren sich in Mitteleuropa vor allem von der Ackerwinde, daneben wird auch die Zaunwinde genutzt. In wärmeren Regionen steht der Art ein deutlich größeres Spektrum weiterer Pflanzen zur Verfügung, insbesondere aus der Familie der Windengewächse.

Sonstiges
Eine besondere Eigenart des Windenschwärmers ist sein extrem langer Saugrüssel, der eine Länge von ungefähr 10 cm erreichen kann. Diese ungewöhnliche Körperausstattung ermöglicht es ihm, Nektar auch aus tiefen Blütenkelchen zu erreichen. Die dazugehörige Rüsselscheide ist bereits bei der Puppe als auffällige Struktur außerhalb des Körpers erkennbar. Der Windenschwärmer gehört außerdem zu den leistungsfähigsten Fliegern unter den europäischen Schwärmern und kann bei günstigen Bedingungen kurzfristig sehr hohe Geschwindigkeiten von bis zu etwa 100 km/h erreichen. In Mitteleuropa entwickeln sich aus den eingewanderten Faltern teilweise Nachkommen, die im Spätsommer und Herbst erscheinen. Die späten Entwicklungsstadien überstehen den Winter in Deutschland normalerweise nicht.

Weitere Bilder

d0996
Windenschwärmer (Agrius convolvuli)

 

d0997
Windenschwärmer (Agrius convolvuli)

 

d1000
Windenschwärmer (Agrius convolvuli)

 

d1005
Windenschwärmer (Agrius convolvuli)

 

d1010
Windenschwärmer (Agrius convolvuli)

 

d1013
Windenschwärmer (Agrius convolvuli)

 

d1015
Windenschwärmer (Agrius convolvuli)

 

d1016
Windenschwärmer (Agrius convolvuli)

 

d1021
Windenschwärmer (Agrius convolvuli)

 

d1022
Windenschwärmer (Agrius convolvuli)

 

d1030
Windenschwärmer (Agrius convolvuli)

 

d1032
Windenschwärmer (Agrius convolvuli)

 

d1036
Windenschwärmer (Agrius convolvuli)

 

Vorherige Seite TOP Nach oben

Foto(s):  Holger Gröschl (14)
Video(s):  Holger Gröschl (1)
Aktualisiert:  09.10.2026

© 2003-2026   info@naturspektrum.de  | Seite drucken |