Distelwickler
(Agapeta hamana)
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d6808 |
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Nachtfalter |
(Heterocera) |
| Ordnung |
Lepidoptera (Schmetterlinge) |
| Familie |
Tortricidae (Wickler) |
| Größe |
Flügelspannweite 15 bis 24 mm |
| Verbreitung |
weiten Teile Europas, ostwärts über Teile Asiens bis nach Zentralasien |
| Weblink(s) |
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Aussehen Der Distelwickler ist ein auffällig gelb gefärbter kleiner Wickler. Seine Vorderflügel sind hellgelb bis schwefelgelb und tragen eine variable rost- bis rotbraune Zeichnung, die unter anderem aus einem schrägen Band und einem Fleck im vorderen Flügelbereich besteht. Die Hinterflügel sind deutlich dunkler und graubraun gefärbt. Bei zusammengelegten Flügeln kann die Zeichnung einen etwas »gesichtsartigen« Eindruck hervorrufen. Die Raupe ist nur selten zu beobachten, da sie überwiegend verborgen lebt. Sie besitzt einen grauweißlichen Körper und einen rötlichbraunen Kopf und hält sich hauptsächlich im Bereich der Wurzeln ihrer Nahrungspflanzen auf.
Lebensraum Die Art besiedelt eine große Bandbreite offener und halboffener Lebensräume. Dazu gehören insbesondere nährstoffärmere Wiesen und Weiden, Brachflächen, Ruderalstellen, Heidegebiete, lichte Waldränder sowie Gärten und andere Bereiche mit einem geeigneten Distelbestand. Auch feuchtere Lebensräume können besiedelt werden. Entscheidend ist weniger ein bestimmter Lebensraumtyp als das Vorkommen geeigneter Nahrungspflanzen für die Raupen.
Lebensweise Die Falter sind überwiegend in der Dämmerung und während der Nacht aktiv, können aber tagsüber aus der Vegetation aufgescheucht werden. Künstliche Lichtquellen üben eine deutliche Anziehung auf sie aus, weshalb der Distelwickler regelmäßig an Lichtfallen oder bei nächtlichen Beobachtungen gefunden wird. Je nach Region und Witterungsverhältnissen kann die Art eine oder zwei Generationen im Jahr hervorbringen. In Mitteleuropa erstreckt sich die Flugzeit gewöhnlich von Mai beziehungsweise Juni bis in den September. Die Entwicklung der Raupe findet weitgehend verborgen statt. Nach dem Schlüpfen hält sie sich an oder in den Nahrungspflanzen auf und nutzt vor allem deren unterirdische Pflanzenteile. Zur Verpuppung fertigt sie einen feinen Seidenkokon an, der sich in der Erde beziehungsweise in unmittelbarer Nähe der besiedelten Pflanze befindet. Die Raupe kann darin auch überwintern.
Nahrung Die Raupen ernähren sich vor allem von verschiedenen Distelarten. Als weitere Nahrungspflanzen werden unter anderem Färber-Scharte und Klee genannt. Die Raupen fressen überwiegend an den Wurzeln beziehungsweise im Wurzelbereich der Pflanzen und bleiben dadurch für den größten Teil ihrer Entwicklung verborgen.
Sonstiges Der deutsche Name Distelwickler wird in mehreren Bestimmungs- und Artenportalen für Agapeta hamana verwendet. Interessant ist beim Distelwickler, dass seine Raupe trotz der auffälligen Färbung des späteren Falters nur selten direkt gefunden wird. Ihre verborgene Lebensweise im Wurzelbereich erklärt auch, weshalb Nachweise der Entwicklungsstadien deutlich schwieriger sind als Beobachtungen der erwachsenen Falter. Bei der Bestimmung des Falters ist insbesondere die Kombination aus gelber Grundfarbe und der rostbraunen Flügelzeichnung hilfreich. Eine ähnliche Färbung besitzt beispielsweise Agapeta zoegana, deren Flügelzeichnung jedoch anders gestaltet ist.
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